Exped DownMat UL 7

Luftmatratze mit Isolation

Testmodell:

  • Exped Downmat UL 7

  • Größe: M

  • Farbe: grau

Technische Daten:

  • Gewicht: 565 g

  • Maße: 183 x 52 x 7 cm

  • Packmaß: 23 x 11 cm ( ~ 1 l )

  • Isolation: 170 g 700er Gänsedaune

  • Temperaturbereich: bis -24° C

  • R-Wert: 5.9

  • Außenmaterial: Polyester

  • Innenbeschichtung: luft- und feuchtigkeitsundurchlässiger TPU-Film

  • Zubehör:

    • Schnozzel Pumpsack, verwendbar als wasserdichter Kompressionspacksack
    • Packsack, Gewicht 15 g

Sonstige Eigenschaften:

  • Geschweißte Dampfsperren zwischen den Daunenkammern
  • Separate Ein- und Auslassventile in flacher Ausführung

Die Matte

Es handelt sich um die ultraleichte Version der DownMat 7 mit einem identischen R-Wert. Um Gewicht und Packmaß zu reduzieren wurde ein leichteres Polyester für die Außenhaut verwendet, daher wurde auch die Garantie für diese Version von 5 auf 2 Jahre reduziert. Die Oberseite der Matte besitzt eine stabilitätsfördernde, aufgeprägte Wabenstrukltur und bietet einen geringen Reibungswiderstand gegenüber einem Schlafsack. Dies erhöht die Bewegungsfreiheit und verringert gleichzeitig das Reibungsgeräusch. Die Nähte sind hocfrequent genäht und luftdicht verschweißt. Innere Kammern sorgen für eine gleichmäßige Verteilung der Daunen im Inneren.

Die Matte besitzt zum Aufblasen und Ablassen der Luft getrennte Flachventile, die sich auf der unterseite der Matte befinden. Das sorgt für ein bequemes, sicheres und schnelles Aufblasen bzw. Ablassen.

Die IDFL zertifizierten Daunen sind feuchtigkeitsresistent behandelt und stammen laut Herstellerangaben nicht von lebendig gerupften Gänsen, oder aus der Gänseleberproduktion.

Der Test

Test war diesmal eine Trekkingtour durch die absolut verregneten schottischen Highlands. Die Tour wurde im Sommer durchgeführt, daher ist der Test nicht repräsentativ was die Isolationseigenschaften der Matte betrifft. Er beantwortet aber Fragen bezüglich des Handlings und der Bequemlichkeit, sowie der Robustheit. Die Matte kam dabei sowohl im Zelt auf unebenen und z.T. auch scharfkantigen Flächen, sowie dorniger Vegetation zum Einsatz, als auch in Hütten auf Holz- und Steinböden.

Aufgeblasen wurde die Matte ausschließlich mit dem mitgelieferten "Schnozzel" Pumpbag. Die Schweizer haben manchmal schon lustige Namen für ihre Produkte. Das Pumpbag beschleunigt nicht nur den Aufblasvorgang, sondern es verhindert auch das Einbringen von zusätzlicher Feuchtigkeit aus der Atemluft in das Matteninnere. Diese kann sich negativ auf die Isolationseigenschaften der Daunen niederschlagen, denn Feuchtigkeit führt dazu, dass die feinen Daunenstrukturen verkleben und dadurch weniger Luft einschließen können. Zudem fördert ein abgeschlossenes, feuchtes Klima mit geringem Luftaustausch die Schimmelbildung, was die Lebensdauer der Matte verringert und schlimmstenfalls auch zu Gesundheitsschäden führen kann, wenn die schimmelsporenbelastete Abluft eingeatmet wird. Mit wenig Übung hat man das Aufblasen mit dem Pumpbag erlernt. Einfach Ventil einstecken, Luft einfangen und Bag zusammendrücken. Funktioniert sowohl außerhalb vom Zelt im Stehen, als auch, mit adaptierter Technik, innerhalb des Zeltes im Sitzen. Wie versprochen beschleunigt sich der Aufpumpvorgang und ist deutlich weniger anstrengend. Das Pumpbag kann zusätzlich als wasserdichter Kompressions-Packsack verwendet werden. Einfach mit, z.B. Kleidung befüllen, Auslassventil öffnen und zusammenwringen. Schon hat man seine Kleidung auf das minimalste Packmaß reduziert. Der komprimierte Kleidersack lässt sich dann auch prima als Kopfkissen verwenden. Das Gewicht des Pumpbags hält sich mit 75 g noch im Rahmen und die geschilderte Funktionsvielfalt kompensiert davon nochmal Einiges.

 

 

Als Schlafsack diente ein Daunenschlafsack, ebenfalls der Marke Exped. Was mir bei anderen Matten oftmals negativ aufgefallen ist, ist das manchmal etwas unangenehme, laute Geräusch, dass die Reibung zwischen Schlafsack und Matte verursacht. Da weckt man sich nachts schonmal selbst, oder die Kollegen. Die Oberfläche dieser Matte ist allerdings weniger rauh, dadurch ist auch das Geräusch weniger störend. Die Mattenoberfläche fühlt sich auch bei direktem Hautkontakt angenehmer an.

Durch Kondenswasser, eindringenden Nebel und aus anderen Gründen, wurde die Matte öfter mal nass. Die Öberfläche der Matte hat die Feuchtigkeit dann aufgesogen. Das hat jeweils Flecken auf der Mattenoberrfläche hinterlassen.

Wie bei anderen Luftmatratzen auch, werden Unebenheiten im Boden perfekt ausgeglichen, sofern der Innendruck ausreichend ist. Schlafkomfort war unter allen getesteten Untergründen optimal gegeben. Auch gab es keine bösen Überraschungen, wenn der Untergrund mal mit spitzer Vegetation oder scharfkantigen Steinen gespickt war. Anmkerkung: Zwischen dem eigentlichem Boden und der Matte befand sich in diesen Fällen immer ein laminierter Zeltboden, sowie eine Zeltunterlage. In Hütten, also auf Holz- bzw. Steinböden gab es ebenfalls keine bösen Überraschungen.

Das Ablassen der Luft erfolgt durch einfaches Öffnen des Auslassventils. Am besten wenn man noch auf der Matte liegt, das beschleunigt den Vorgang etwas. Durch die interne Kammerung erfordert das vollständige Auslassen der Luft etwas Handarbeit. D.h. um die Matte wieder auf Packsackgröße zu bringen, muss man sie evt. mehrfach zusammenrollen, um sämtliche Luftreste entweichen zu lassen, denn nur dann lässt sie sich optimal verstauen. Ironischerweise erfordert dieser Vorgang wesentlich mehr Zeit und Energie, als das Aufblasen, mit etwas Übung ist aber auch das relativ schnell erledigt.

Das Fazit

 

Zusammenfassend war ich mit der Matte sehr zufrieden. Schließlich stimmt auch das Gewichtsverhältnis, wenn man die Isolationseigenschaften berücksichtigt, wobei diese auf meiner Sommertour natürlich eher nebensächlich waren. Die Matte funktioniert als Matte sehr gut, der Pumpsack funktioniert einwandfrei und bietet noch einiges mehr an Funktionalität, was das Zusatzgewicht relativiert. Der Liegekomfort ist ebenfalls sehr gut und die Geräuschentwicklung zwischen Matte und Schlafsack minimal. Einziger Kritikpunkt ist das relativ aufwendige Ablassen der Luft, das ist der Daunenkammerung geschuldet. Außerdem die Wasserflecken, die auch bei Kondenswasser entstehen. In jedem Fall aber eine Kaufempfehlung, selbst unter nicht-Berücksichtigung der Isolationseigenschaften auf Wintertouren durch die Daunen. Das geringe Gewicht rechtfertigt auch den Einsatz bei Sommertouren.