Biosphärenreservat

Die Pfalz beherbergt, wie allgemein bekannt ist, das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands, den „Pfälzer Wald.“ Obwohl dieser relativ stark zu forstwirtschaftlichen Zwecken genutzt wird, gibt es viele ursprüngliche und vom Menschen (zumindest in der Neuzeit) wenig beeinflusste Orte. Doch möchten wir hier keine Augenwischerei betreiben. In Wahrheit gibt es leider keine Plätze mehr, die nicht in irgendeiner Weise vom Menschen „erobert“ wurden, doch ist dies in einem so Bevölkerungsreichen Land wie der Bundesrepublik Deutschland unvermeidlich. Schließlich profitiert man als Wanderer natürlich auch davon. Wir nutzen die Wege und Markierungen, die unsere Vorgänger hinterlassen nicht nur als Orientierungshilfe, sondern auch um bequemer voran zu kommen. Dennoch hat man die Möglichkeit sich in diesem Biosphärenreservat vom Stress und der Lautheit der umgebenden Welt bei Bedarf zu entziehen.

Doch trotz der fast vollständigen Durchdringung durch den Menschen (oder vielleicht deshalb?) finden sich eindrucksvolle Naturdenkmäler und Kulturgeschichtliche Sehenswürdigkeiten von außerordentlicher Schönheit und in einer wohl einmaligen Dichte.

Unter "Kulturgeschichte" versteht man hier natürlich die unzähligen Burgen und Schlösser, die die Landschaft der Pfalz seit Jahrhundert, z. T. sogar seit Jahrtausenden prägen. Angefangen von den ersten Hühnengräbern, über die ersten keltischen Siedlungen und Ringwälle, die Römer mit unzähligen Befestigungen bis zu den zum Teil noch sehr gut erhaltenen Burgen des Mittelalters und der Neuzeit. Archäologische Sensationen wird man wohl nur noch wenige finden, dafür eröffnet sich dem Laien die Möglichkeit durch die letzten 3000 Jahre pfälzischer Geschichte zu wandern, dazu braucht er nur seine Augen zu öffnen und genau hinzuschauen.

Aber was sind schon 3000 Jahre kulturelle Entwicklung des Menschen wenn man sich mit geologischen Prozessen auseinandersetzt. Der Rheingraben ist ein tektonisch aktives Gebiet, ehemals durchzogen von ungezählten Vulkanen. Zeugen dieser Zeit des ständigen Wandels sind Berge, Felsen und Höhlen. Jedes Werk dieses Prozesses ist für sich einmalig und sollte daher auch entsprechend beachtet werden.

Die Hauptverantwortung am heutigen Erscheinungsbild des Pfälzer Waldes und seinem Umland trägt natürlich Vater Rhein. Der große Strom trug über Jahrmillionen Material ab, welches aus den Bergen rechts- und vor allem linksseitig nachrutschte. So entstand aus einer ehemaligen Hochfläche ein Mittelgebirge. Die dichteren Schichten blieben als Felsstruktur erhalten. Wind und Wasser leisteten dann die Bildhauerischen Feinarbeiten um faszinierende und beeindruckende Formationen entstehen zu lassen. So haben wir heute die Möglichkeit im Angesicht eines solchen Monumentes der Erdgeschichte die Entstehung unseres Planeten und auch, ein Stück weit, uns selbst besser begreifen zu können.

Unter diesen Gesichtspunkten muss jedem deutlich werden, dass es immens wichtig ist dieses Gebiet unter allen Umständen zu erhalten. Es obliegt jedem einzelnen seinen Teil dazu beizutragen, dass auch die Menschen deren Ur-Ahnen wir sein werden, sich an diesem Flecken Natur erfreuen können.

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