Vaude Power Lizard S UL 1-2P

 

1-2 Personen Zelt

 

Testmodell:

  • Vaude Power Lizard S UL 1-2P

  • Farbe: grün

 

Technische Daten:

  • Gewicht: min. 900 g, max. 1050 g

  • Maße:

    • Außenzelt: 240 x 155 cm, Höhe: 105 cm

    • Innenzelt: 230 x ( 90 - 115 ) cm, Höhe: 95 cm

    • Apsis: 230 x ( 45 - 20 ) cm

  • Packmaß: 35 x 10 cm

  • Materialien:

    • Außenzelt: beisdseitig silikonisiertes 20D Polyamid Ripstop ( Wassersäule 3000 mm )

    • Boden: laminiertes 40D Polyamid Ripstop 240T ( Wassersäule 10000 mm )

    • Innenzelt: 15D Polyester Micro Ripstop, Fine Mesh

    • Gestänge: 7001 T6 Aluminiumrohre, Durchmesser 7,5 mm

  • Zubehör:

    • Packsack, Gewicht  ca.15 g

    • 6 leichte Heringe

    • Reparaturkit ( Flickstück, Stangenreparaturhülse "Pole Doctor" )

    • optional Footprint 250 g

Sonstige Eigenschaften:

  • Einbogenkonstruktion

  • 1 Eingang

  • 1 Apsis

  • Belüftung durch Netzfenster im Innenzelt

  • Kleine Taschen im Innenzelt

  • Aufhänger zentral an der Decke

Das Zelt

Es handelt sich um ein Einbogentunnelzelt. Das heisst eine außenliegende gebogene Stange in der Mitte des Zeltes spannt das Zelt auf. An den beiden Enden befinden sich noch formgebende kleinere Stangen, die für zusätzliche Stabilität sorgen. Vier Heringe in den Ecken spannen das Außenzelt ab. Vorne und hinten zwei weitere sorgen für Spannung  längs der kleineren Stangen. Zusätzlich gibt es am zentralen Hauptträger (Mittelstange) rechts und links zwei Abspannleinen. Das Zelt hat einen Eingang und eine Apsis. Für Belüftung sorgen zwei Mesh-Einsätze im Innenzelt. Hier befinden sich außerdem zwei Taschen als Stauraum. In der Mitte der Decke befindet sich eine Schlaufe um z.B. eine Lampe zu befestigen.

Hat man auch den passenden Footprint erworben, profitiert man nicht nur von der erhöhten Dichtigkeit gegenüber Bodenwasser, sowie einer erhöhten Robustheit gegenüber Zeltunterbodenschäden und Insektenangriffen, sondern auch vom Unterboden für die Apsis. Dadurch ist auch die hier gelagerte Ausrüstung vor Bodennässen und ein Stück weit auch vor Insekten geschützt.

Der Test

 

Test war diesmal eine Trekkingtour durch die absolut verregneten und völlig vermatschten, dabei auch ziemlich windigen, schottischen Highlands. Beste Testbedingungen also. Das Zelt wurde zumeist auf feuchter, nachgiebieger Vegetation, also zumeist Moos oder Grasflächen aufgebaut. Zum Teil aber auch auf siptzen Heidepflanzen und mit Steinen durchsetzten Untergründen. In jedem Fall war es immer sehr Feucht, sowohl von oben als Regen, von allen Seiten als Nebel, von Innen als Tau oder von unten als Bodenwasser. Auch einige Sturmböen waren zu überstehen, die das Zelt zum Teil flach auf den Boden drückten. Nicht zu vergessen, die allseits beliebten schottischen Highland-Midges, die permanent versuchten ins Innere des Zeltes vorzudringen. Ach, ab und zu hat sogar die Sonne geschienen, also eine leichte UV-Belastung hatte das Zelt auch wegzustecken. Gegen Ende der Reise hatte es noch mehrere Tage in feuchtem Zustand zusammengerollt im Packsack zu überstehen.

Der Aufbau des Zeltes ist äußerst einfach und nach ein wenig Übung schnell in Fleisch und Blut übergegangen. Hat man auch den Footprint erworben, wird dieser zuerst ausgelegt und an den vier Enden locker mit Heringen fixiert. Locker, da diese in der Position nochmal verändert werden. Die Position des Zelts ist nun vorgegeben. Mit einer schwungvollen Bewegung entrollt man nun das Zelt und achtet dabei auf die richtige Position des Kopfteils. Dieses befindet sich da, wo der Reißverschluss des Innenzelts nach oben gebogen ist. Man sollte darauf achten, dass das Zelt in Windrichtung steht. Sollte der Platz ein Gefälle haben, bevorzuge ich es mit dem Gefälle zu liegen, also mit dem Kopf oben. Die vier Schlaufen an den Ecken sind nun über die bereits gesteckten Heringe des Footprints zu legen, um die Position vorläufig zu fixieren. Nun wird die Hauptstange zusammengesetzt und in die dafür vorgesehenen Ösen in der Mitte Zeltes eingeführt. Als erstes wird dann der mittlere Klip an der Stange befestigt, es folgen alle weiteren in möglichst gleichmäßigem Abstand. Nun werden die beiden äußeren Stangen eingefügt und mit Hilfe zweier Heringe gut abgespannt. Nun sollten die Heringe in den vier Ecken nochmals leicht nach außen verlagert werden, um das Außenzelt gut unter Spannung zu setzen. Dadurch wird verhindert, dass sich Innen- und Außenzelt berühren und somit Kondenswasser in das Innenzelt eindringen kann. Zudem flattert ein gut abgepanntes Zelt nicht so sehr und ist daher windstabiler. Im Inneren des Außenzelts, am Reißverschluss befindet sich noch der Powerframe-Zug, der ebenfalls stramm gezogen sein sollte. Auch dies dient im Endeffekt der Windstabilität. Das klingrt jetzt vlt. für den Laien aufwändig, die einzelnen Schritte sind aber durchaus logisch in der Reihenfolge und für jemanden, der schonmal ein Zelt aufgebaut hat, auch intuitiv und ohne Anleitung schnell zu erlernen.

Da das Außen- und Innenzalt eine Einheit bilden und zusammen aufgebaut werden, hat man zudem den Vorteil, dass das Innenzelt nicht nass wird, sollte es mal während dem Aufbau regnen. Für diese Tatsache war ich sehr dankbar. Die Zeltstangen sind schnell zusammengesetzt und an ihrem Platz. Die Abspannleinen und die Heringe sind äußerst stabil und erfüllen ihren Zweck sehr gut, Die Heringe überstehen auch ein Eindrücken mit dem Wanderstiefel in harten, steinigen Untergrund ohne sich zu verbiegen. Der Türreißverschluss am Außenzelt hakt manchmal ein wenig. Man sollte aufpassen, dass sich die Abdecklasche, die ihn vor Regen schützen soll, nicht einklemmt. Daher immer einen leicht nach außen gespreizten Finger mitführen.

Laut dem Hersteller Vaude, ist das Zelt absolut Sturmsicher. Dies muss ich etwas relativieren. Das Zelt sollte immer gut abgespannt sein, aber selbst in diesem Zustand kommt es bei stärkeren Böen zu einem Flattern von Teilen des Außenzeltes. Es ist mir nicht gelungen dies vollständig zu verhindern. Bei Sturmböen wird das Flattergeräusch sogar so laut, dass an Schlaf kaum noch denken ist. Einige Sturmböen haben das Zelt vollständig auf den Boden, bzw. auf mich gedrückt. Womöglich war dies aber meiner eigenen Dummheit geschuldet, da ich zu diesem Zeitpunkt die äußeren Abspannleinen der Mittelstange nicht verwendet hatte. Abgesehen vom Flattergeräusch hat das Zelt den Sturm allerdings unbeschadet überstanden. Auch ist keinerlei Wasser, abgesehen vom Kondenswasser eingedrungen, trotz des heftigen Windes und der ständig wechselnden Windrichtung.

Die Maschung des Innenzeltes ist eng genug, um die schottischen Highland-Midges nicht reinzulassen. Einige haben es natürlich durch den Haupteingang geschafft. Das war allerdings ob der schieren Menge auch kaum zu verhindern.

Der Innenraum ist für eine Person mehr als ausreichend. Ich bin selbst nicht gerade klein und hatte keinerlei klaustrophobische Anfälle. Aufrecht sitzen ist im Mittelteil gut möglich. Die Schlafposition sollte so gewählt werden, dass die Füße quasi am unteren Teil anstoßen. Dann kann man sich bequem aufsetzen, ohne seine Position verändern zu müssen. Die Ausrüstung befindet sich dann auch griffbereit am Kopfende. Optimale Liegeposition ist außerdem auf der Türseite, somit wird die Chance verringert, dass man das Innenzelt versehentlich berührt und ans Außenzelt drückt, wodurch mögliches Kondenwasser ins Innzelt gelangen kann. Dieses Problem hat man allerdings bei nahezu jedem Zelt.

Das Fazit